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Orange Wine

Weißwein, gemacht wie ein Rotwein.

Orange Wine entsteht aus weißen Trauben, die gemeinsam mit ihren Schalen gären, oft über Wochen, manchmal über Monate. Daraus wachsen eine Farbe von Gold bis Bernstein, ein feiner Gerbstoff und eine Tiefe, die Weißwein und Rotwein in einem Glas zusammenbringt.

Editorial-Collage zum Orange Wine: eingegrabener Qvevri im Querschnitt mit gärender Maische, ein Glas in tiefem Bernstein im Gegenlicht, Traubenschalen und Kerne
61
Orange Wines lieferbar
36
Weingüter aus 5 Ländern
6+
Monate auf der Maische bei den längsten Stilen, wenige Tage bei den kürzesten
8.000
Jahre Wein im Tongefäß, belegt in Georgien
Aquarell: Eine Hand hebt den Holzdeckel von einem offenen Gärbottich, darin weiße Trauben und Schalen in goldenem Most

Was ist Orange Wine?

Beim klassischen Weißwein werden die Trauben gleich nach der Lese gepresst, und nur der klare Saft gärt. Beim Orange Wine bleiben Schalen, Kerne und manchmal auch Stiele im Most, genau wie beim Rotwein. Während der Gärung löst der entstehende Alkohol Farbstoffe, Phenole und Gerbstoffe aus den Schalen, und der Wein färbt sich golden, kupfern oder tief bernsteinfarben. Mit Orangen hat er nichts zu tun, der Name beschreibt allein die Farbe. Geläufig sind auch Orange Wein, Orangewein, Amber Wine, Skin-Contact oder maischevergorener Weißwein, in Katalonien Brisat.

Ein Rosé kommt aus roten Trauben, die nur wenige Stunden Kontakt mit ihren Schalen haben, ein Orange Wine aus weißen Trauben, die deutlich länger auf der Maische liegen. Und viele klassische Weißweine ruhen vor dem Pressen einige Stunden kalt auf den Schalen, um Aroma zu gewinnen. Zum Orange Wine wird ein Wein erst, wenn der Most mit den Schalen gärt, denn erst der Alkohol holt den Gerbstoff in nennenswerter Menge heraus. Die OIV, die internationale Organisation für Rebe und Wein, setzt für ihre Definition „White wine with maceration“ sogar mindestens einen Monat Schalenkontakt an.

Und der Naturwein? Orange ist eine Methode, Naturwein eine Philosophie des Kellers. Ein Orange Wine kann mit Reinzuchthefe entstehen und filtriert sein, ein Naturwein kann strahlend hell ins Glas kommen. Dass beide so oft zusammen genannt werden, hat trotzdem einen Grund: Die meisten Winzer, die weiße Trauben auf der Maische vergären, arbeiten mit wilden Hefen und wenig Schwefel. Bei uns sind 51 der 61 Orange Wines zugleich Naturweine. Mehr dazu auf unserer Seite Naturwein.

Alle Orange Wines im Shop

66 Weine

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Vier Stellschrauben auf der Maische

Alle Orange Wines teilen denselben Grundgedanken. Wie sie schmecken, entscheiden vier Dinge, die der Winzer in der Hand hat.

Aquarell: Sanduhr, oben helle Traubenschalen, unten bernsteinfarbener Wein
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Maischestandzeit

Tage, Wochen oder Monate

Die Spanne reicht von wenigen Tagen bis über sechs Monate. Wenige Tage bringen Aroma und einen Hauch Grip, zwei Wochen bis drei Monate ergeben das klassische Bernstein, längere Zeiten maximale Tiefe. Eine einheitliche Mindestzeit gibt es nicht: Südafrika verlangt 96 Stunden, Ontario zehn Tage, die OIV einen Monat.

Aquarell: Glas mit bernsteinfarbenem Wein und dunklerem Rand, daneben Teeblätter und eine Walnuss
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Gerbstoff und Farbe

Was die Schale abgibt

Schalen und Kerne liefern Phenole, und die machen den Unterschied: In Skin-Contact-Weißweinen wurden 447 bis 2.211 Milligramm Gesamtphenole je Liter gemessen, Qvevri-Weine kommen nahe an Rotwein heran. Die Farbe entsteht aus diesen Phenolen und aus dem Sauerstoff, den der Wein erlebt.

Aquarell: georgischer Qvevri, kleines Eichenfass und Beton-Ei nebeneinander als Vergleichstafel
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Das Gefäß

Ton, Holz, Beton, Stahl

Der georgische Qvevri ist ein eiförmiger Tonkrug, der bis zum Hals in der Erde steckt und so ohne jede Technik bei 14 bis 15 Grad bleibt; Gärung, Maische und Reife geschehen im selben Gefäß. Die spanische Tinaja steht meist oberirdisch. Großes Holz lässt etwas Sauerstoff an den Wein und rundet das Tannin, Beton bleibt neutral, Stahl bewahrt die Frucht.

Aquarell: halb gelöster Holzspund über einem Fass, Luft strömt in feinen Linien hinein
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Luft und Schwefel

Wie offen der Wein arbeiten darf

Offene Gärbottiche, Holz und Ton lassen Luft an den Wein, Farbe und Nussnoten werden tiefer. Zugleich schützt der Gerbstoff den Wein vor Oxidation, deshalb kommen viele Orange Wines mit sehr wenig oder ganz ohne zugesetzten Schwefel aus, in der georgischen Qvevri-Tradition ist das die Regel. Bei uns sind 11 Orange Wines vollständig ungeschwefelt.

Orange, Naturwein, Ramato, Rosé: was regelt was?

Vier Begriffe, die oft durcheinandergehen. Der Unterschied liegt in der Traube und in der Zeit auf der Schale.

Orange Wine Naturwein Ramato Rosé
Trauben Weiße Trauben Jede Farbe Pinot Grigio mit graurosa Beerenhaut Rote Trauben
Schalenkontakt Tage bis Monate, der Most gärt mit den Schalen Nicht festgelegt Stunden bis etwa ein Tag Wenige Stunden
Farbe Gold bis tiefes Bernstein Weiß, orange, rosé oder rot Kupfer bis Lachsrosa Rosa
Was geregelt wird Die Technik der Maischegärung Die Arbeit im Keller: Wildhefe, keine Zusätze, wenig Schwefel Eine alte Machart des Friaul Kurzer Schalenkontakt roter Trauben
Status In der EU Weißwein ohne eigene Kategorie; eigene Kategorien in Südafrika (2015) und Ontario (2017), OIV-Definition seit 2020 Nicht gesetzlich geschützt, Maßstäbe setzen Winzer-Chartas Name aus Verträgen der Republik Venedig, „ramato“ heißt kupferfarben Etablierte Weinart

Österreich erlaubt auf dem Etikett die Zusatzbezeichnung „Orangewein“; Trübung und oxidative Noten gelten dann nicht als Fehler. Im übrigen EU-Recht ist ein Orange Wine schlicht Weißwein, und 19 unserer Orange Wines tragen Vin de France, IGT oder IGP im Namen.

Achttausend Jahre Ton

Der Name ist jung. Die Idee dahinter gehört zu den ältesten Techniken des Weinbaus.

Die ältesten chemischen Weinspuren der Welt stammen aus Georgien. In Keramikgefäßen aus Gadachrili Gora und Shulaveris Gora, rund 50 Kilometer südlich von Tiflis, wiesen Forscher 2017 Wein nach, der zwischen 6000 und 5800 vor Christus entstand. Wein im Tongefäß hat damit gut 8.000 Jahre Geschichte. In Georgien liegt bis heute nach der kachetischen Methode die volle Maische samt Stielen rund sechs Monate im eingegrabenen Qvevri, die imeretische Methode nutzt etwa ein Drittel der Schalen für 15 bis 30 Tage. Am 4. Dezember 2013 nahm die UNESCO die Qvevri-Methode in die Liste des immateriellen Kulturerbes auf.

Auch in Friaul und im angrenzenden Westslowenien war die Maischegärung weißer Trauben über Jahrhunderte Hauspraxis, bis sie in den 1950er und 1960er Jahren aus der Mode kam. Zurück kam sie in Oslavia, einem Dorf im Collio an der slowenischen Grenze. Stanko Radikon ließ 1995 seinen Ribolla Gialla erstmals länger als eine Woche auf den Schalen, so wie es schon sein Großvater getan hatte. Joško Gravner verlor 1996 einen Großteil seiner Ernte an den Hagel und vergor ab 1997 alles auf der Maische. Im Jahr 2000 reiste er nach Georgien und bestellte elf Qvevri, ab dem Jahrgang 2001 reiften alle seine Weine im eingegrabenen Tonkrug.

Jenseits der Grenze, in Goriška Brda, das zur selben Hügelkette gehört wie der Collio, folgten Weingüter wie Movia, Klinec, Kabaj, Batič und Čotar. Seinen Namen bekam der Stil erst 2004: Der britische Importeur David A. Harvey prägte den Begriff „Orange Wine“, als er im Keller von Frank Cornelissen am Ätna arbeitete.

Heute entstehen Orange Wines von Kroatien bis Kalifornien, von Neuseeland bis Südafrika; Simon J. Woolf porträtierte in seinem Buch Amber Revolution 2018 bereits 180 Erzeuger aus 20 Ländern. Weine aus Georgien und Slowenien führen wir derzeit nicht. Unsere 61 Orange Wines kommen aus Frankreich, Italien, Österreich, Spanien und Deutschland, und sie zeigen, wie weit der Stil gewandert ist: vom Elsass bis Sizilien, vom Burgenland bis in den katalanischen Montsant.

Drei Stile, drei Zeitmaße

Die Maischestandzeit ist der verlässlichste Wegweiser durchs Regal. Je länger die Schalen im Most bleiben, desto tiefer werden Farbe, Gerbstoff und Würze.

Aquarell: elegantes Glas mit hellem, apricotgoldenem Wein, daneben eine frische Aprikose

Kurz mazeriert und hell

Wenige Tage bis zwei Wochen auf der Maische: Die Farbe bleibt hellgold bis apricot, der Gerbstoff zeigt sich als zarter Grip, die Frucht steht vorn. Der ideale Einstieg. Der Flora 2023 von Roterfaden aus Muskateller und Weißburgunder gärte fünf Tage auf der Maische und bringt nur 10 % Alkohol ins Glas. Der naked orange von Heinrich aus Chardonnay, Weißburgunder und Grauburgunder wirkt nur sanft von der Maische berührt, mit Mandarine, Hagebutte und Rooibos.

Aquarell: Glas mit mittlerem Bernstein-Orange, daneben getrocknete Aprikosen und Haselnüsse

Klassisch: Wochen auf der Schale

Zwei Wochen bis drei Monate sind der häufigste Bereich: sichtbares Bernstein, spürbarer Grip, Aromen von getrockneter Aprikose, Orangenschale und Tee. Der Ambre Blanc Muscat Macere 2021 von Trapet Alsace, ein Muskateller aus dem Grand Cru Schoenenbourg, lag zwei Wochen auf den Schalen und verbindet Blütenduft mit feinem Gerbstoff. Der Brutal Orange VdF 2024 von Matassa aus Macabeu gärte drei bis vier Wochen als ganze Trauben, ohne zugesetzten Schwefel und mit 10 % Alkohol.

Aquarell: Glas mit dunklem Bernsteinwein vor einem eingegrabenen Qvevri im Querschnitt, Traubenschalen im Inneren

Lang und amphorengereift

Mehrere Monate auf der Maische, oft in Ton: tiefes Bernstein bis Kupfer, kräftiges Tannin, Noten von Nuss, Tee und getrockneten Kräutern. Der Fuoripista Pinot Grigio Vigneti delle Dolomiti IGT 2024 von Foradori aus Grauburgunder reifte über acht Monate auf den Schalen in spanischen Tinajas und leuchtet kupferrot. Der Vin Orange, Vin de Macération VdF 2021 von du Bouchot, dem ersten biozertifizierten Weingut in Pouilly-Fumé, lag fünf Monate auf der Maische.

Welche Rebsorten eignen sich? Dickschalige, phenolreiche Sorten wie Ribolla Gialla tragen lange Maischezeiten, ohne bitter zu werden. Aromatische Sorten wie Gewürztraminer, Zibibbo und Malvasia gewinnen Textur und bändigen ihre Opulenz. In Georgien sind Rkatsiteli, Mtsvane und Kisi die Klassiker, in Katalonien Macabeu, Xarel·lo und Garnatxa Blanca, in Österreich und Deutschland Grüner Veltliner und Riesling.Alle 61 Weine stehen oben in der Weinliste.

Wie schmeckt Orange Wine, und wie serviert man ihn?

Säure vom Weißwein, Gerbstoff vom Roten: Orange Wine ist ein Wein für den Tisch.

Im Duft zeigen sich getrocknete Aprikose, Orangenschale, Bratapfel, Tee, Nüsse, Honig und Kräuter, am Gaumen trifft frische Säure auf einen feinkörnigen Gerbstoff, je nach Maischezeit zart oder kräftig. Simon J. Woolf vergleicht die Struktur mit leichten norditalienischen Roten wie Valpolicella oder Bardolino.

Beginnen Sie bei 12 bis 14 Grad, denn zu kalt wirkt das Tannin hart, und das Aroma bleibt stumm. Leichte Stile mit wenigen Tagen Maische vertragen 10 bis 12 Grad, kräftige, lang mazerierte Weine zeigen sich nahe Zimmertemperatur am schönsten. Ein Rotweinglas mit weiter Öffnung gibt dem Wein Raum. Dekantieren lohnt sich vor allem bei Qvevri- und Amphorenweinen: Eine halbe bis eine Stunde in der Karaffe öffnet sie spürbar.

Am Tisch ist Orange Wine ein Brückenwein. Sein Gerbstoff trägt Fett, Würze und Umami, deshalb passt er zu fermentierten Gerichten wie Kimchi und Miso, zur Gewürzküche Nordafrikas, Indiens und des Nahen Ostens, zu gereiftem Käse, Charcuterie, Pilzen und gegrilltem Gemüse. Leichte Stile begleiten Meeresfrüchte. Und weil Gerbstoff und Phenole den Wein vor Oxidation schützen, reifen lang mazerierte Spitzenweine über Jahre.

Neun Weingüter, fünf Länder

36 Weingüter in unserem Sortiment keltern Orange Wines. Diese neun zeigen die Bandbreite, vom Roussillon bis ins Burgenland.

Domaine Matassa in Calce im Roussillon
Roussillon, Frankreich

Matassa

Tom Lubbe lernte bei Gérard Gauby in Calce und vinifizierte 2003 seinen ersten Jahrgang im Wohnzimmer. Heute liest er auf 20 Hektar uralter Reben so früh, dass seine Weine selten 12 % Alkohol überschreiten, seit 2015 ohne Schwefel und ohne Filtration.

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Domaine Trapet Alsace in Riquewihr
Elsass, Frankreich

Trapet Alsace

Andrée Trapet führt das elterliche Gut in Riquewihr seit 2002, gemeinsam mit Jean-Louis Trapet aus Gevrey-Chambertin, Demeter-zertifiziert auf 15 Hektar in vier Grand Crus. Ihre Söhne Pierre und Louis haben mit den mazerierten Ambre-Weinen eine eigene Linie geschaffen.

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Weingut Marco de Bartoli in Samperi bei Marsala
Sizilien, Italien

Marco de Bartoli

1978 begann der frühere Rennfahrer Marco de Bartoli in Samperi bei Marsala mit der alten Grillo-Traube und krempelte die Marsala-Welt um. Der maischevergorene Integer Zibibbo seiner Kinder zeigt, wie leicht Orange Wine sein kann: 11 % Alkohol bei enormer Würze.

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Weingut Vino Lauria bei Alcamo auf Sizilien
Sizilien, Italien

Vino Lauria

Bei Alcamo, 65 Kilometer südwestlich von Palermo, hat Vito Lauria das 1958 von seinem Großvater gegründete Weingut neu belebt. Seine Reben wachsen biologisch zwischen 600 und 1.000 Metern Höhe, und sein Solerte Macerato aus Zibibbo gehört zu den zugänglichsten Orange Wines in unserem Sortiment.

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Weingut Foradori im Campo Rotaliano im Trentino
Trentino, Italien

Foradori

Elisabetta Foradori übernahm das Gut im Campo Rotaliano 1984 mit zwanzig Jahren und holte den fast vergessenen Teroldego zurück. 28 Hektar sind Demeter-zertifiziert, gereift wird in spanischen Tonamphoren, den Tinajas.

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Gernot und Heike Heinrich im Burgenland
Burgenland, Österreich

Heinrich

Gernot und Heike Heinrich haben ihr Weingut von zwei auf hundert Hektar ausgebaut, seit 2006 biodynamisch, 2009 gründeten sie respekt-BIODYN mit. Ihre Freyheit-Weine liegen vierzehn Tage auf der Maische und reifen in Amphoren und Holzfässern vom örtlichen Fassbinder.

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Demeter-Hof Meinklang in Pamhagen im Burgenland
Burgenland, Österreich

Meinklang

In Pamhagen, am tiefsten Punkt Österreichs, verbindet die Familie Michlits Weinbau, Viehzucht und Getreide auf einem Demeter-Hof. Werner und Angela Michlits keltern spontan vergorene Weine wie den Graupert Grauburgunder von ungeschnittenen Reben.

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Weingut Odinstal über Wachenheim in der Pfalz
Pfalz, Deutschland

Odinstal

350 Meter über dem Rheintal, in einer Waldmulde bei Wachenheim, wachsen die Reben auf Basalt, Muschelkalk, Keuper und Buntsandstein, seit 2013 Demeter-zertifiziert. Andreas Schumanns Riesling [Nakt] ist eine Cuvée aus drei Jahrgängen, auf der Maische vergoren und unfiltriert gefüllt.

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Vins Nus von Alfredo Arribas im Montsant
Montsant, Spanien

Vins Nus

Vins Nus heißt auf Katalanisch „nackte Weine“: Der Architekt Alfredo Arribas setzt im Montsant auf Säure, kaum Holz und null Schwefel. Seine Grenache Gris von über 700 Metern Höhe vergärt er in Amphoren, und der Instabile Brisat trägt den katalanischen Namen für Orange Wine schon im Titel.

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Häufige Fragen zu Orange Wine

Was ist Orange Wine?

Orange Wine ist ein Weißwein, der wie ein Rotwein entsteht: Die weißen Trauben gären zusammen mit ihren Schalen, oft auch mit Kernen und Stielen. Dabei gehen Farbe, Phenole und Gerbstoff in den Wein über, er wird golden bis bernsteinfarben und bekommt einen feinen Grip. Mit Orangen hat er nichts zu tun, der Name beschreibt allein die Farbe.

Ist Orange Wein Naturwein?

Nicht automatisch. Orange Wine bezeichnet eine Methode, die Maischegärung weißer Trauben; Naturwein beschreibt die Arbeit im Keller mit wilden Hefen, ohne Zusätze und mit wenig Schwefel. Viele Winzer verbinden beides: In unserem Sortiment sind 51 der 61 Orange Wines zugleich Naturweine.

Wie wird Orange Wein hergestellt?

Die weißen Trauben kommen samt Schalen und Kernen in den Gärbehälter und gären dort, meist spontan mit wilden Hefen. Nach wenigen Tagen, einigen Wochen oder mehreren Monaten wird gepresst, danach reift der Wein in Ton, Holz, Beton oder Stahl. Maischestandzeit und Gefäß prägen Farbe, Gerbstoff und Aroma stärker als alles andere.

Wie schmeckt Orange Wine?

Nach getrockneter Aprikose, Orangenschale, Tee und Nüssen, mit der Säure eines Weißweins und dem Gerbstoff eines leichten Rotweins. Kurz mazerierte Weine wirken frisch und fruchtig, lang mazerierte tief, würzig und kräftig im Tannin.

Bei welcher Temperatur trinkt man Orange Wein, und sollte man ihn dekantieren?

Am besten bei 12 bis 14 Grad, leichte Stile ab 10 Grad, kräftige, lang mazerierte Weine nahe Zimmertemperatur; zu kalt wirkt das Tannin hart. Qvevri- und Amphorenweine gewinnen durch eine halbe bis eine Stunde in der Karaffe und ein Rotweinglas.

Wie viel Alkohol hat Orange Wein?

Der Alkohol hängt vor allem von Reife und Lesezeitpunkt der Trauben ab und liegt im Bereich eines Weißweins. In unserem Sortiment haben etwa der Brutal Orange von Matassa und der Flora von Roterfaden 10 %, der Fuoripista von Foradori 12,5 %.

Wozu passt Orange Wein?

Sein Gerbstoff trägt Fett, Würze und Umami: Orange Wine passt zu Kimchi und Miso, zur Gewürzküche Nordafrikas, Indiens und des Nahen Ostens, zu gereiftem Käse, Charcuterie und Pilzen. Leichte Stile begleiten auch Meeresfrüchte.

Woher kommt Orange Wine?

Seine Wurzeln liegen in Georgien, wo Wein seit rund 8.000 Jahren in Tongefäßen entsteht und die Qvevri-Methode seit 2013 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO zählt. Die moderne Bewegung begann 1995 und 1997 in Oslavia im Collio und strahlte ins slowenische Brda aus. Weine aus Georgien und Slowenien führen wir derzeit nicht; unsere 61 Orange Wines kommen aus Frankreich, Italien, Österreich, Spanien und Deutschland.

Welche Rebsorten eignen sich für Orange Wein?

Besonders gut Sorten mit dicken, phenolreichen Schalen wie Ribolla Gialla sowie aromatische Sorten wie Muskateller, Gewürztraminer, Zibibbo und Malvasia, die auf der Maische Textur gewinnen. Graurosa Beeren wie Grauburgunder geben Kupfertöne, in Georgien sind Rkatsiteli, Mtsvane und Kisi die Klassiker.

Was ist der Unterschied zwischen Orange Wine und Rosé?

Rosé entsteht aus roten Trauben mit wenigen Stunden Schalenkontakt, Orange Wine aus weißen Trauben, die Tage bis Monate mit den Schalen gären. Ein Sonderfall ist der Ramato aus dem Friaul: Pinot Grigio mit kurzem Schalenkontakt, der durch die graurosa Beerenhaut kupferfarben wird.

61 Orange Wines. 36 Weingüter. Fünf Länder.

Vom ungeschwefelten Macabeu aus dem Roussillon bis zum Pinot Grigio aus der Tinaja: Unsere Orange Wines stammen von Winzern, die wir persönlich ausgewählt haben.

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